10-06.2017 → Quelle: www.spiegel.de

Akuter Pilotenmangel bei der Bundeswehr

Die Probleme mit dem Kampfhubschrauber "Tiger" sind dramatischer als bisher bekannt. Nach Informationen des SPIEGEL gibt es kaum Piloten, die in den Einsatz geschickt werden könnten.

Seit knapp sieben Jahren wird der neue Kampfhubschrauber "Tiger" bei der Bundeswehr eingeführt. Inzwischen sind 49 Maschinen ausgeliefert worden, von denen 38 dem einzigen deutschen Kampfhubschrauberregiment im hessischen Fritzlar zur Verfügung stehen.

Doch die Truppe hat erhebliche Probleme, das notwendige Personal bereitzustellen.

Nach Informationen des SPIEGEL verfügen im Moment nur 18 Piloten über die Qualifikation, die für Flüge in Einsatzgebieten erforderlich ist. Das reicht gerade aus, um die vier "Tiger", die im Moment bei der Uno-Mission "Minusma" in Mali eingesetzt werden, ein Jahr lang zu betreiben. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

In einem internen Bericht des Kommandos Heer heißt es, der "Expertiseverlust" sei nicht nur bei jungen, sondern "mittlerweile bei allen" Piloten deutlich sichtbar: "Dies wird zunehmend zu einem sicherheitsrelevanten Thema." Die kleine Gruppe dieser 18 Piloten werde "für alle Übungs-/Schießvorhaben sowie Einsätze und einsatzgleiche Verpflichtungen herangezogen". Das habe "keine dauerhafte Erfolgsaussicht", weil diese Gruppe der hohen zeitlichen Belastung "durch Übungen und Einsätze nicht mehr standhalten wird".

Eine Entlastung sei nicht möglich, "da eine systematische, kontinuierliche Weiterbildung des gesamten bisher auf dem neuen Waffensystem ausgebildeten Personalkörpers mit den wenigen verfügbaren Flugstunden nicht mehr stattfinden kann". Wegen der wenigen Flugstunden könne die "Anzahl der einsatzbefähigten Besatzungen nicht weiter erhöht werden".

Der akute Pilotenmangel ist eine Spätfolge des Afghanistan-Einsatzes. 2012 musste die Bundeswehr vier der gerade neu eingeführten Kampfhubschrauber an den Hindukusch verlegen, obwohl das Pilotentraining gerade erst angelaufen war. 2013 und 2014 fand deshalb so gut wie keine Ausbildung mehr statt, weil alle Fluglehrer in den Einsatz mussten. Bis heute sind von den 123 Pilotenstellen für den "Tiger" nur 62 besetzt, von denen 18 die Vorgaben für Einsätze ("mission readiness") erfüllen.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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Quelle: www.spiegel.de

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